Wenn Kreislaufwirtschaft unter Strom steht: E-Schwerlast in der Praxis
Shownotes
In dieser Folge von WATTgoesON, dem elektrifizierenden Podcast für Unternehmen, spricht Moderatorin Kathrin Hanzl mit Andreas Opelt, CEO der Saubermacher AG, über die Elektrifizierung von LKW-Flotten in der Abfallwirtschaft und darüber, wie aus ersten Pilotprojekten ein strategischer Fuhrparkumbau wird.
Wie gelingt der Einstieg in elektrische Schwerlastmobilität im operativen Alltag? Welche Herausforderungen entstehen bei Tourenplanung, Ladeinfrastruktur und Netzanschluss? Wo stoßen Unternehmen an wirtschaftliche Grenzen und welche Rolle spielen Fördermodelle und regulatorische Rahmenbedingungen?
Im Gespräch geht es außerdem um Batterien als Wertstofflager, um Second Life Speicher, Recyclingprozesse und die Bedeutung von Standardisierung für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft. Andreas Opelt gibt Einblicke in die Praxis, spricht über Investitionsrisiken und erklärt, warum Mobilitätswende im Schwerlastbereich nur gelingt, wenn Infrastruktur, Wirtschaftlichkeit und Kreislaufdenken zusammenspielen.
Eine Folge, die zeigt, wie elektrische LKWs Schritt für Schritt Realität werden und welche Hebel es braucht, damit die Mobilitätswende auch in der Abfallwirtschaft nachhaltig umgesetzt werden kann.
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00:00:00: Es ist etwas, wo ich stolz bin. Die Technologie funktioniert, auch die Reichweiten halten,
00:00:06: was sie versprechen. Überall im städtischen Bereich sind wir sukzessive auf dem Weg,
00:00:11: das mehr und mehr umzustellen. Und es reicht oft ein bisschen, diesen Kreislaufwirtschaftsgedanken
00:00:16: mit hineinbringen, dann können wir die Welt ein Stück nachhaltiger machen.
00:00:26: WATTgoesON, der elektrifizierende Podcast für Unternehmen mit Kathrin Hanzl. Herzlich
00:00:32: willkommen bei WATTgoesON, dem elektrifizierenden Podcast für Unternehmen. In der heutigen Episode
00:00:39: geht es um tonnenschwere Herausforderungen und um mutige Entscheidungen. Wir sprechen
00:00:44: über E LKWs in der Praxis und über die Frage der passenden Ladeinfrastruktur sowie über den
00:00:50: Rohstoff Batterie. Was passiert eigentlich mit einer Batterie nach dem ersten Leben? Heute mein
00:00:56: Interviewgast ist das CEO der Saubermacher AG Andreas Opelt. Gemeinsam werfen wir einen Blick
00:01:02: auf klimafitte Fuhrparks, auf die wirtschaftliche Realität und was die Entsorgungswirtschaft zur
00:01:08: Mobilitätswende beitragen kann. Herzlich willkommen, Andreas. Schön, dass du heute
00:01:11: da bist. Hallo, schön, dass ich da sein darf. Elektro LKWs sind der Hoffnungsträger in der
00:01:16: Logistik. Wie funktioniert so ein operatives Tagesgeschäft mit einem 26 Tonner, der ein E
00:01:22: Fahrzeug ist? Also, wir haben seit 2023 E Fahrzeuge im Schwerlastbereich im Einsatz
00:01:29: bei Saubermacher. Und ich muss sagen, wir sind sehr positiv überrascht. Das heißt, die
00:01:35: Technologie funktioniert recht einwandfrei, ohne größere Probleme. Auch die Reichweiten halten,
00:01:42: was sie versprechen und wir haben doch jetzt schon 18 LKWs im Einsatz direkt und ein paar
00:01:49: auch über Subpartner und können eigentlich nur positiv darüber berichten. Es ist natürlich etwas,
00:01:56: wo wir uns umstellen müssen. Es geht nicht auf jeder Tour. Wenn Sie hier die Steiermark
00:02:00: anschauen, irgendwo im Mürztal, wo’s dann bergauf, bergab geht, lange Touren im ländlichen Bereich,
00:02:07: da warten wir noch ein bisschen, aber überall im städtischen Bereich sind wir sukzessive auf
00:02:13: dem Weg, das mehr und mehr umzustellen. Jetzt hast du das schon kurz gesagt,
00:02:17: es geht nicht überall. Was bedeutet dieser Umstieg auf eine elektrifizierte Flotte für Fahrpläne,
00:02:23: für die Tour, für das Personal gesamt, aber auch für die betriebliche Effizienz? Also,
00:02:28: wo wir Einschränkungen noch haben, ist eben Zweischichtbetrieb. Das heißt, die Ladung
00:02:34: dieser LKWs kann nur über Nacht passieren heute mit den aktuellen Lademöglichkeiten,
00:02:40: aber im Einschichtbetrieb schaffen wir es im städtischen Bereich, dass wir Touren vollständig
00:02:46: abdecken. Natürlich gilt’s immer, in der Planung vorauszuschauen. Das heißt, immer wenn wir LKWs
00:02:52: neu beschaffen, dann schauen wir, welche Touren können wir eventuell umbauen, dass sie Elektro LKW
00:02:57: tauglich sind oder welche sind es heute schon. Für das Fahrpersonal ist es ein positives Asset. Ja,
00:03:04: wir leiden ja alle unter Personal- und speziell unter Fahrermangel und hier ist der Elektro
00:03:12: LKW mit seinen Features, aber auch mit seinem Fahrverhalten etwas, das unsere Fahrer als sehr
00:03:18: positiv werten und wir in der Personalsuche auch unsere Elektroflotte und unseren Ausbauplan nach
00:03:25: vorne setzen, damit wir gute Leute bekommen. Jetzt brauchen diese großen Fahrzeuge,
00:03:30: 18 Stück sind sie bei euch schon an der Zahl, brauchen ja auch große,
00:03:33: hohe Ladeleistungen. Da braucht’s ein strategisch ausgeklügeltes Konzept dahinter, würde ich mal
00:03:39: sagen. Wie plant ihr da die Ladeinfrastruktur, dass die sukzessive mit dem wachsenden Fuhrpark
00:03:45: mitwächst? Ich muss sagen, das haben wir etwas unterschätzt, weil die LKWs, die testet man,
00:03:52: bevor man sie kauft. Und die Ladesäule, wie man es bei den PKWs kennt, die denkt man,
00:03:56: die kauft man von der Stange, aber die gibt’s ja für die LKWs noch nicht so lange. Das heißt,
00:04:01: wir haben auch bei der Ladeinfrastruktur ein paar Produzenten und Technologien testen müssen,
00:04:06: schmerzliche Erfahrungen machen müssen, bis wir jetzt Ladesäulen haben und Ladeinfrastruktur
00:04:11: Technologien, die gut funktionieren. Und dann ist auch hier langfristige Planung angesagt, denn
00:04:16: einen LKW, den kauft man relativ schnell, aber ein Umbau auf einem Abfallwirtschaftsstandort,
00:04:22: wo es um Genehmigungen und Platz geht, das ist etwas, das muss man von langer Hand planen.
00:04:28: Da haben wir einen Ausbauplan, und der endet manchmal nicht bei der Ladesäule, sondern geht
00:04:34: bis zum Trafo. Wenn man sich vorstellt, dass wir hier doch eine Vielzahl von LKWs im Einsatz haben
00:04:40: jetzt schon und auch noch weitere dazugeben, dann haben wir oft wirklich zwei , drei-,
00:04:45: vier Jahres Pläne, sogar den Trafo zu erneuern. Welche Rolle spielt dabei der Netzanschluss und
00:04:51: wie gelingt der Spagat zwischen der technischen Machbarkeit und der wirtschaftlichen Vernunft?
00:04:55: Also, wir haben auf unseren Standorten heute schon relativ hohe Netzleistungen, weil unsere Anlagen
00:05:02: auch relativ viel Strom brauchen. Aber natürlich hat vor 10, 20 Jahren noch niemand vorhergesehen,
00:05:08: wie wir die Trafo Infrastruktur eingerichtet haben, was da auf uns zukommt. Das heißt,
00:05:13: wir schauen frühzeitig mit dem Netzanbieter, wie wir auch die Trafoleistung erhöhen können,
00:05:19: was ist möglich und gehen meistens jetzt schon in den Maximalausbau, um für die Zukunft vorzusorgen.
00:05:26: Dadurch entstehen ja auch Mehrkosten, muss man ehrlicherweise sagen. Es gibt aber in
00:05:30: Österreich umfassende Förderprogramme, weil es einfach politisch ein priorisiertes Ziel ist,
00:05:35: die Mobilitätswende herbeizuführen. Da stellt sich nur für mich die Frage: Wenn ein Unternehmen wie
00:05:39: Saubermacher auf eine E Flotte umsteigt, reicht die bestehende Förderlandschaft aus? Einfach die
00:05:46: Mehrkosten für Fuhrpark, für Ladeinfrastruktur, kann man das dann wirtschaftlich stemmen?
00:05:51: Also, ich würde sagen, es gab eine intensive Förderinfrastruktur 2024, wo das wirklich begonnen
00:05:57: hat, intensiv gefördert zu werden. Es wurden 80% der Mehrkosten gefördert. Das war doch erheblich.
00:06:03: Dafür waren wir auch dankbar. Inzwischen mit 2025 ist das schon auf 60% reduziert worden,
00:06:10: auch weniger Fördervolumen war verfügbar und da appellieren wir schon ganz stark, dass dies
00:06:17: wieder erhöht wird, zumindest beibehalten wird. Weil man soll neben dem kommerziellen Erstinvest
00:06:24: Risiko nicht unterschätzen, dass wir natürlich ein erhebliches Risiko mit der Langzeitnutzung
00:06:30: eingehen. Heute, ich habe es vorher gesagt, funktionieren die LKWs überraschend gut.
00:06:35: Aber ob dieser LKW in 8 Jahren noch immer die gleiche Batterieleistung hat und so funktioniert,
00:06:41: das wissen wir heute nicht. Das heißt, dieses unternehmerische Risiko gehen wir als
00:06:45: Unternehmer alle ein und ich glaube, das ist auch notwendig, aber es muss auch der Beitrag von der
00:06:50: Förderschiene kommen, damit wir das tun können. Wie realistisch ist denn ein Umstieg,
00:06:55: wenn die Ausschreibungskriterien oder z. B. auch die Preissensibilität von Kunden und
00:07:00: Kundinnen einfach klare Grenzen setzt? Ja, ich würde sagen, aktuell ist nicht
00:07:04: die beste Zeit. Eine dreijährige Rezession, die längste Rezession, die wir seit dem Ende des
00:07:11: Zweiten Weltkriegs gesehen haben, ist nichts, wo die Kunden jetzt extra Euros im Raum haben
00:07:16: für neue Technologien. Das heißt, hier kämpfen wir schon, dass wir diesen Mehrwert beim Kunden
00:07:21: auch platzieren. Es gibt im öffentlichen Bereich aber erste Ausschreibungen, die das quotieren, die
00:07:28: zusätzliche Punkte für Elektromobilität angeben und wir sind der Meinung, dass dieser Klimawandel
00:07:35: speziell auch vom öffentlichen Bereich forciert werden sollte und jede dieser Ausschreibungen im
00:07:41: öffentlichen Bereich einen Zusatzkriterienskatalog für Elektromobilität haben sollte.
00:07:47: Was sich fördertechnisch ändern sollte, hast du schon genannt. Was wären noch so
00:07:51: Punkte jetzt strukturell, regulatorisch, wo du sagst, das muss sich ändern, damit die E
00:07:56: Mobilität, vor allem die betriebliche E Mobilität, auch im Mittelstand ankommt?
00:08:01: Also, das Thema Genehmigungsdauer für die Errichtung von Infrastruktur ist etwas,
00:08:07: wo wir speziell als Saubermacher, wo wir komplexe abfallwirtschaftliche Genehmigungen suchen müssen,
00:08:14: schon länger trommeln, dass dies beschleunigt werden muss. Ich glaube, das hört man ja auch
00:08:19: immer wieder im Ausbau der nachhaltigen Energie, dass das Thema Genehmigungen eine Bremse ist. Und
00:08:26: das ist, glaube ich, etwas, wo wir in Österreich mit Deregulierung und mit Beschleunigung
00:08:31: einfach noch aufs Gas drücken können. Eine Batterie ist jetzt nicht nur ein
00:08:35: Energiespeicher, sondern auch ein Wertstofflager. Wie geht’s ihr bei Saubermacher mit den Batterien
00:08:42: um? Gibt’s da eine Möglichkeit, die zurückzuführen, die wieder zu verwerten?
00:08:46: Wir haben gleich hier um die Ecke in Premstätten das modernste Batterielager
00:08:52: und Batteriezerlegeeinheit Österreichs. Hier können genau diese Großbatterien ankommen,
00:09:00: und das Recycling so einer Batterie ist nicht einfach. Und das funktioniert so,
00:09:05: dass wir zuerst die Batterie demontieren müssen ein bisschen, dass wir dann dorthin kommen,
00:09:10: wo wir sie tiefenentladen können. Sobald sie dann entladen ist, können wir sie weiter demontieren
00:09:15: in die Einzelmodule. Wir können dann die, es ist ja oft 30% der Batterie ist ein Aluminiumgehäuse,
00:09:22: diese Wertstoffe mal trennen von den wirklichen Batteriemodulen. Diese Batteriemodule müssen
00:09:27: wir dann in modernen Hochregallagern, die auch speziell brandgeschützt sind,
00:09:32: zwischenlagern, bevor sie dann in spezialisierte Recyclingwerke gehen, damit man wirklich die
00:09:38: kritischen Rohstoffe, die seltenen Erden und alles, was sonst dort noch drinnen ist,
00:09:43: wieder dem Recycling zuführen kann. Das geht heute. Das ist aber auch etwas, was gerade
00:09:47: am Start ist. Weil man kann sich vorstellen, wenn heute Elektro LKWs gekauft werden, dann gibt’s ja
00:09:53: nicht morgen schon die Batterien fürs Recycling, sondern da kommt dann mal eine Batterie daher,
00:09:57: vielleicht von einem LKW, der irgendeinen Fehler hatte und in 3 Jahren kommen dann zehn Batterien
00:10:02: pro Monat daher. Und so muss man auch sukzessive die Infrastruktur fürs Recycling nachziehen.
00:10:07: Sind aber auf jeden Fall sehr umfassende und komplexe Prozesse, wie ich durchhöre.
00:10:11: Was entscheidet denn am Ende des Tages darüber, ob eine Batterie überhaupt ein zweites Leben
00:10:16: bekommt? Was passiert nach dieser Demontage, wo man das dann, denke ich mal, entscheiden kann?
00:10:21: Sie sprechen einen guten Punkt an: das zweite Leben. Ich habe vorher das Recycling besprochen,
00:10:25: aber bevor man natürlich das Recycling eingeht, sollte man schauen, kann ich die Batterie noch
00:10:30: einmal nutzen als Batterie? Und das funktioniert, indem man so Second Life Speicher baut.
00:10:38: Wir haben gerade hier im Ecoport in unserer Zentrale den ersten Second Life Speicher in
00:10:43: Betrieb genommen, bereits vor vier Jahren im Rahmen eines Forschungsprojekts. Das ist etwas,
00:10:49: wo die Wertschöpfung und die Nachhaltigkeit am höchsten ist.
00:10:52: Was man dafür aber braucht, ist möglichst gute Standardisierung bei diesen Batteriemodulen, weil
00:10:59: wenn in jeder Batterie, die wir zurückbekommen, andere Batteriemodule sind, dann tut man sich
00:11:04: extrem schwer, solche Second Life Speicher zu bauen, vor allem im größeren Stil. Das heißt,
00:11:11: wenn man hier eine gewisse Technologiereife bei der Batterieproduktion erreicht hat,
00:11:15: dann plädieren wir ganz stark auf eine gewisse Standardisierung, damit eben dieses Thema Second
00:11:21: Life auch im industriellen Maßstab passieren kann. Was müsste noch passieren, vor allem europaweit,
00:11:28: damit man diesen Second Life Circle quasi sicherstellen kann, sei es wirtschaftlich,
00:11:33: aber es auch skalierbar machen könnte? Ich glaube, auf der europäischen Ebene
00:11:38: wurde mit der neuen EU Batterieverordnung schon ein guter Grundstein gelegt. Der Grundstein geht
00:11:47: mehr Richtung Recycling als Richtung Second Life, weil das Second Life an sich kommerziell
00:11:54: schon interessant ist. Sofern wir ähnliche Batteriemodule haben, ist das etwas, was wir,
00:12:01: glaube ich, automatisch bekommen werden. Was wir nicht automatisch bekommen würden,
00:12:07: ist das Thema Recycling, weil das Recycling einer Batterie und das Herausholen des Nickels
00:12:13: und der sonstigen seltenen Erden ist einfach ein kostenaufwendiger Prozess.
00:12:19: Und hier hat die Batterieverordnung der EU vorgegeben, dass ab 2031 jede neue Batterie
00:12:26: mit Sekundärmaterialien produziert werden muss, mit gewissen Prozentsätzen, die dann sogar noch
00:12:33: einmal in einem Schritt weiter erhöht werden und damit forciert man natürlich Recycling,
00:12:38: weil jeder Batterieproduzent diese Rohstoffe, diese Sekundärrohstoffe benötigt, weil er sonst
00:12:44: nicht auf den europäischen Markt gehen kann. Sind einige Schlagworte, die mir da gleich
00:12:48: in den Kopf kommen, von Kreislaufwirtschaft, Energieeffizienz, Rückgewinnung. All das ist in
00:12:53: der Abfallwirtschaft gelebte Praxis tatsächlich. Was kann man jetzt aus diesem Systemdenken in
00:13:00: der Abfallwirtschaft in die Mobilitätswende mitnehmen oder was kann man davon übertragen?
00:13:05: Genau, wir in der Abfallwirtschaft, in der Kreislaufwirtschaft, haben
00:13:09: diese Gedanken ja seit Jahren in verschiedenen Produktstoffen. Und wo wir stark plädieren, ist,
00:13:18: dass man Mobilitätswende nicht nur so denkt, dass man an den LKW denkt und wo man ihn laden kann,
00:13:24: sondern dass man eben diesen Kreislauf denkt: Wie wird die Batterie produziert? Aus welchen
00:13:29: Rohstoffen wird die produziert? Wie komme ich zu diesen Rohstoffen? Wie kann ich die vielleicht
00:13:33: aus einem Recyclingprozess generieren, um nicht Primärrohstoffe zu nutzen? Wie
00:13:38: produziere ich die Batterie so, dass ich sie dann gut zerlegen kann, vielleicht in
00:13:42: Zukunft sogar automatisiert zerlegen kann? Heute haben wir Hochvolt Techniker, die
00:13:48: wirkliche Spezialisten sind, die man jetzt auch nicht wie Sand am Meer findet in der aktuellen
00:13:55: Personalsituation. Und so denkt man den Kreislauf weiter, indem man dann sagt: Ich kann die Batterie
00:14:01: gut zerlegen, wie kann ich sie gut entladen, wie sind dort standardisierte Module enthalten,
00:14:06: die ich dann wieder einem Second Life zuordnen kann? Und so geht man schrittweise wieder bis
00:14:12: zum Rohstoff, der wieder in die Batterie gehen soll und deshalb sind wir dankbar, dass auch rund
00:14:17: um das Thema Mobilitätswende wir hier, so wie in Ihrem Podcast, einen einen Sprechraum bekommen,
00:14:25: um diese Kreislaufwirtschaftsgedanken jetzt schon anzubringen.
00:14:29: Und hinaus in die Welt auch zu tragen, andere zu motivieren, da mehr zu machen. Welche Prinzipien
00:14:34: wie z. B. standardisierte Prozesse oder Verfahren braucht es oder gibt’s, damit die Mobilitätswende
00:14:40: herbeigeführt werden kann und damit Mobilität auch neu gedacht und organisiert werden kann?
00:14:45: Ich glaube, dass speziell das Thema Ladeinfrastruktur im LKW Bereich noch
00:14:51: einen großen Fokus benötigt. Wir auf unseren Standorten entwickeln Ladeinfrastruktur, aber um
00:14:59: die LKWs wirklich zu 80, 90, 100% in Elektroflotte umzuwandeln, brauchen wir auch auf der Strecke
00:15:08: Ladeinfrastruktur. Hier gibt es noch extrem wenig. Hier gibt es auch wenig Standardisierung und
00:15:13: das sollte man von Anfang an mit einem Standard arbeiten, damit wir nicht mit sieben verschiedenen
00:15:18: Karten auf sieben verschiedenen Infrastrukturen, die unterschiedliche Ladeleistungen haben,
00:15:25: damit umgehen müssen, was im Betriebsverkehr einfach nicht möglich ist. Das ist bei den
00:15:29: Privat PKWs etwas, wo sich jeder selber danach richten kann. Dort ist das eine
00:15:34: Standardisierung, die wir unbedingt benötigen. Wie können da jetzt Verkehrs- und Abfallwirtschaft
00:15:40: voneinander lernen? Weil es spielt ja auch ineinander. Also, es geht ja einher,
00:15:44: so wie du gesagt hast, ihr braucht unbedingt mehr Ladeinfrastruktur auf der Strecke. Also,
00:15:49: was kann jetzt die Verkehrswirtschaft lernen? Was kann die Abfallwirtschaft lernen?
00:15:53: Ich glaube, die Verkehrswirtschaft hat jetzt schon viel gelernt rund um die PKWs, die
00:15:58: elektrisch betrieben werden. Ich glaube, hier hat man sicher die letzten Jahre auch rund um dieses
00:16:03: Thema Standardisierung sich schon erste Gedanken gemacht und wenn man die Zeit zurückdrehen könnte,
00:16:08: würden die Verantwortlichen vielleicht sagen, da hätten wir von Anfang an eine Standardisierung
00:16:13: einleiten sollen und genau das ist das, was wir hier lernen sollten, dass für das Thema LKWs
00:16:21: wir diese Standardisierung gleich einführen. Und für das Thema Abfallwirtschaft können
00:16:26: wir dort nur auch einbringen, dass wir die Touren zeigen, dass wir gewisse Ladepunkte
00:16:32: oder potenzielle Ladepunkte, die man brauchen könnte, an die Verkehrsplaner weitergeben und
00:16:37: dann geht man hier Hand in Hand weiter. Denn ich glaube, das ist etwas, was man einfach über Jahre
00:16:43: entwickeln wird. Das wird nicht morgen hier sein. Wir diskutieren das in der Branche ja immer,
00:16:48: warum es eher weniger lineares Denken braucht und eher die
00:16:53: Tendenz zum im Kreis handeln. Wie siehst du das? Es braucht extrem viel mehr Handeln im Kreis, weil
00:17:00: wir heute auf einer Erde leben, deren Ressourcen begrenzt sind und wenn man sich die Statistiken
00:17:07: anschaut, dann konsumieren wir trotzdem jedes Jahr noch viel mehr, als wir sollten, von Rohstoffen,
00:17:13: von nicht nachhaltigen Energien. Und das ist etwas, wo wir bei jedem Stoff und bei jedem
00:17:21: Produkt noch extrem viel Potenzial haben, nicht nur aus der Konsumsicht zu denken,
00:17:27: sondern eben auch ein bisschen und es reicht oft ein bisschen, diesen Kreislaufwirtschaftsgedanken
00:17:32: mit hineinbringen, dann können wir die Welt ein Stück nachhaltiger machen.
00:17:37: Zum Abschluss unserer heutigen Episode habe ich noch eine persönliche Frage an dich, und zwar:
00:17:41: Was bedeutet es für dich, aus eigener Kraft die Energie und Mobilitätswende herbeizuführen?
00:17:48: Es ist etwas, wo ich stolz bin, dass wir als Firma Saubermacher Pionier sind, mit moderner,
00:17:57: neuer nachhaltiger LKW Infrastruktur auf den Markt zu gehen. Wir waren 2023 eine der ersten,
00:18:05: die das getestet haben, weil wir sehen uns auch in der Verantwortung, diese Dinge früh zu testen,
00:18:11: weil irgendwer muss sie testen, aber persönlich ist das natürlich eine Herausforderung als
00:18:17: zuständiger Vorstand für das Thema Logistik. Auch über all unsere Länder ist es etwas, das wir vor
00:18:25: 10 Jahren in unseren Investitionsplänen noch nicht hatten, wo wir auch Risiken gehen, die
00:18:30: wir vorher nicht gesehen hatten. Aber gleichzeitig sehe ich das auch als meinen wichtigen Beitrag,
00:18:35: hier mitzugestalten, damit diese Mobilitätswende auch im Schwerlastbereich schneller vorangeht,
00:18:42: als wir uns das vielleicht ohne solche Pioniere vorstellen würden.
00:18:47: Herzlichen Dank für das Gespräch, Andreas. Dankeschön.
00:18:50: Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Mobilitätswende auch bedeutet,
00:18:53: vertraute Abläufe neu zu denken. Besonders dort, wo Fahrzeuge schwer, Strecken lang und Einsätze
00:19:00: täglich planbar sein müssen. Saubermacher zeigt, dass die E Mobilität auch im Nutzfahrzeugbereich
00:19:07: keine Zukunftsversprechungen mehr sind, keine Vision mehr sind, sondern gelebte Realität,
00:19:12: mit all den Herausforderungen, die da auf einen zukommen. Vom ersten LKW, E LKW natürlich, bis hin
00:19:18: zur Batterie, die in die Kreislaufwirtschaft eingebracht wird. Es braucht jede Menge Mut
00:19:23: zur Veränderung. Es braucht technisches Know how und auch ein gutes Stück Pionierarbeit.
00:19:28: Vielen Dank an alle Zuhörer:innen und Zuseher:innen fürs Dabeisein. Begleiten Sie uns
00:19:33: weiterhin auf unserer Reise zur Mobilitätswende. Bis zum nächsten Mal bei WATTgoesON.
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