Mehr als ein Ladepunkt: Wie VERBUND Unternehmen sicher durch die E-Mobilitätswende begleitet
Shownotes
In dieser Folge von WATTgoesON - dem elektrifizierenden Podcast für Unternehmen spricht Moderatorin
Kathrin Hanzl mit Martin Wagner, Geschäftsführer der VERBUND Energy4Business GmbH, über den
wachsenden Beratungsbedarf rund um betriebliche E-Mobilität und darüber, wie aus einzelnen
Ladepunkten ganzheitliche Mobilitätslösungen werden.
Wie gehen Unternehmen den Einstieg in die E- Mobilität strategisch richtig an? Welche Fragen tauchen im Beratungsalltag immer wieder auf und wo wird noch zu kurzfristig gedacht? Wie unterscheiden sich die Anforderungen von Business-, Immo-, Coop- und Logistics-Charging und worauf kommt es an, damit Ladeinfrastruktur nicht nur technisch, sondern auch wirtschaftlich überzeugt?
Martin Wagner gibt Einblicke in die Entwicklung des Marktes, spricht über die Integration von Ladeinfrastruktur mit Photovoltaik und Speichern, erklärt wie Tracker-Systeme funktionieren und teilt seine Einschätzung zur Zukunft der E-Mobilität. Eine Folge die Orientierung gibt, erfolgreiche Umsetzungen beschreibt und der Frage auf den Grund geht, wie Unternehmen die Mobilitätswende erfolgreich gestalten können.
Transkript anzeigen
00:00:04: WATTgoesON - der elektrifizierende Podcast für Unternehmen mit Kathrin Hanzl. Herzlich
00:00:10: willkommen zurück im neuen Jahr bei WATTgoesON, dem elektrifizierenden Podcast für Unternehmen.
00:00:16: Ich hoffe, Sie sind gut ins neue Jahr gestartet und voller positiver Energie. Bei uns starten wir
00:00:22: auch wieder hinein in unser Format, das weit mehr als einfach ein Informationskanal ist.
00:00:28: Es ist eine Einladung, E-Mobilität neu zu denken - pragmatisch,
00:00:32: wirtschaftlich und zukunftsorientiert. Verbund als Initiator dieses Podcasts will
00:00:39: mehr als einfach nur Lösungen anbieten. Verbund will Orientierung geben. Es geht um Einblicke,
00:00:44: um Best Practices und vor allem auch darum, klare Antworten auf häufig gestellte Fragen zu geben.
00:00:50: Vor allem, wenn es um Ladeinfrastruktur, um die Integration und um die Umsetzung geht.
00:00:56: Mein heutiger Gesprächspartner bringt jahrelange Erfahrung in der Energiebranche
00:01:00: mit. Er war vor allem auch in der Photovoltaik- und Speicherlösungsentwicklung live dabei und zwar
00:01:07: zu einer Zeit, als das noch in den Kinderschuhen gesteckt ist, als es noch ein echtes Nischenthema
00:01:12: war. Heute leitet er gemeinsam mit Robert Slovacek die B2B-Vertriebstochter von Verbund und weiß
00:01:18: genau, was es braucht, was Unternehmen brauchen, wenn sie auf die E-Mobilität umsteigen wollen.
00:01:24: Herzlich willkommen, schön, dass du da bist, Martin Wagner. Ja, hallo Kathrin, vielen,
00:01:28: vielen Dank und unseren Hörerinnen und Hörern ein schönes 2026 und ein erfolgreiches Jahr.
00:01:34: Die E-Mobilität, vor allem auch die betriebliche E-Mobilität, die entwickelt sich rasant weiter
00:01:39: und einhergehend gibt’s natürlich auch einen steigenden Beratungsbedarf. Ihr seid jetzt
00:01:43: tagtäglich mit Kund:innen in Kontakt. Was sind so die am häufigsten gestellten Fragen?
00:01:50: Na ja, das Vertriebsgeschäft im Strom, so wie ich das mal kennengelernt habe,
00:01:55: ist aus meiner Sicht tot. Also es geht nicht mehr darum, dass eine Kundin,
00:01:59: ein Kunde kommt und mal eine Kilowattstunde Strom oder einen Herkunftsnachweis kaufen will,
00:02:04: sondern es geht darum, eine durchintegrierte Energielösung zu schaffen, zu entwickeln und dann
00:02:09: gemeinsam umzusetzen. Und da geht’s, wie gesagt, nicht nur um die Kilowattstunde, die man möglichst
00:02:15: grün kauft. Da geht’s auch darum, selber Dachstrom zu produzieren, da geht’s darum Strom zu speichern
00:02:21: und dann als Flexibilität zur Verfügung zu stellen. Und dann geht’s auch darum, elektromobil
00:02:26: unterwegs zu sein und den Strom sozusagen auch dafür zu verwenden, dass man möglichst grün,
00:02:32: nachhaltig und im Sinne der Energiewende sein ganzes Flottenmanagement betreibt.
00:02:36: Und dabei unterstützen wir sehr, sehr gerne und da gibt’s halt auch immer wieder ganz interessante
00:02:42: Fragestellungen aus den vielen Kundenumsetzungen, die wir gemacht haben und wenn man da mal drüber
00:02:48: nachdenkt, was interessant war: Wir haben eine der größten Carportlösungen in Österreich aufgebaut
00:02:56: mit einem Automobilzulieferer in der Steiermark, an zwei Standorten – einmal in Lannach, einmal in
00:03:02: Ilz. Haben da 1500 Stellplätze ausgestattet, davon über 100 mit Elektromobilitäts-Ladeinfrastruktur.
00:03:09: Die Dinge, die man da zu besprechen hat, sind ein reines Beratungsgeschäft. Da geht’s darum,
00:03:15: wie viel Fläche kann man sozusagen dem Ganzen widmen, wie viele Möglichkeiten gibt’s auch dann,
00:03:22: Strom und Leistung hinzubekommen, wie kann das dann verwendet werden von den Flottennutzern,
00:03:27: wie aber auch von den Privaten und in diesem Austausch kommt man zu einem guten Gesamtsetup
00:03:31: und das man umsetzt. Und dann im Endeffekt kommt etwas heraus, das allen nützt – nämlich
00:03:35: einerseits der Nachhaltigkeit, den Kunden und auch dem Unternehmen auf der ökonomischen Sicht.
00:03:39: Und wo beobachtest du, dass Kunden womöglich noch viel zu kurzfristig denken oder auch zu
00:03:44: traditionell denken, wenn es um die Energie geht? Na ja, es ist schon so, dass, glaube ich und das
00:03:51: ist toll, sich der Nachhaltigkeitsgedanke an sich großartig durchgesetzt hat. Also das heißt,
00:03:56: unsere Kundinnen und Kunden, Partnerinnen und Partner sehen, dass es hier um etwas geht,
00:04:00: dass es hier um wesentliche Weichenstellungen auch für Generationen geht und sind dort an und für
00:04:06: sich vom Grundthema voll dabei. Trotzdem bleibt auch die Energiewende ein Business Case. Und dann
00:04:13: ist schon manchmal doch der Rechenstift sehr schnell wieder zur Stelle, wenn es darum geht,
00:04:18: ob sich die Photovoltaikanlage im letzten bisschen doch noch rechnet, ob der Batteriespeicher sich
00:04:24: jetzt im letzten Prozentsatz sozusagen auch noch ausgeht in der Vorstandsperiode. Da würde ich
00:04:29: mir manchmal wünschen, dass man sozusagen noch mehr den Blick nach vorne gemeinsam stellt und
00:04:34: gemeinsam die richtigen Dinge umsetzt. Du sprichst jetzt sehr viel über die
00:04:38: Ladeinfrastruktur oder über die Infrastruktur im Allgemeinen. Gibt’s ein konkretes
00:04:42: Kund:innengespräch oder ein Projekt, über das du sprechen kannst, wo gerade die strategische
00:04:48: Vorgangsweise hinsichtlich der Ladeinfrastruktur extrem wichtig ist oder sogar ein Learning daraus,
00:04:53: das du mit uns teilen kannst? Na klar, gerade wenn man über Industrien redet und wir haben ja einen
00:05:02: großen Querschnitt an Industrieunternehmen, die wir versorgen ,die haben ihre unterschiedlichen
00:05:07: Themenstellungen, unterschiedliche Zielsetzungen, haben auch unterschiedlich starke Emissionen,
00:05:12: die sie verantworten müssen. Und hier ist es besonders gut und eine sehr erfreuliche
00:05:18: Geschichte, wenn man gerade die, die vielleicht etwas mehr sozusagen auf der Emissionsseite
00:05:23: nicht unbedingt in der günstigen Richtung beitragen, wenn wir die auch unterstützen können
00:05:28: durch verschiedenste Arten von Technologien, z. B. eigene Produktion in der Photovoltaik,
00:05:33: Verwendung von Strom in der Elektromobilität. Diese Verkaufsgespräche oder eigentlich
00:05:39: kann man ja sagen Umsetzungsgespräche, Gestaltungsgespräche, mit diesen Kundinnen
00:05:42: und Kunden sind immer interessant, weil dann im Gespräch sich oft herauskristallisiert: Ja,
00:05:49: da kann man was gemeinsam machen. Dann sozusagen, dann gedeiht noch
00:05:54: dieses Samenkorn und im Endeffekt kommt eine tolle Lösung heraus, die man herzeigen kann,
00:05:58: die wichtig ist für die Nachhaltigkeit und die wichtig ist, auch auf der ökonomischen Seite hier
00:06:03: das Richtige getan zu haben. An diese Gespräche, ich möchte jetzt keinen einzelnen herausnehmen,
00:06:07: erinnere ich mich eigentlich immer sehr gerne. Verbund ist ja seit Jahren schon Vorreiter
00:06:11: hinsichtlich emissionsfreier Energie. Wie hat sich denn daraus die Rolle des
00:06:16: Mobilitätslösungsanbieters entwickelt? Ja, wie du sagst, Verbund hat eine Genesis der grünen
00:06:23: Erzeugung. Man sieht hier im Hintergrund auch eines unserer Wasserkraftwerke,
00:06:27: das wir erweitert haben mit Photovoltaik, das wir erweitert haben mit Ladeinfrastruktur.
00:06:32: Dieser Gedanke zieht sich sozusagen eigentlich durch unser ganzes Geschäftsleben. Und da hat
00:06:36: natürlich auch dazu gehört schon ganz von Anfang an, als die Elektromobilität noch in
00:06:41: den Kinderschuhen gesteckt ist, als das ein Thema für ein paar interessierte Randgruppen war, wo
00:06:47: sich die ersten Leuchttürme der Elektromobilität herauskristallisiert haben, so um 2010 herum.
00:06:55: Hat uns sehr gefreut, dass wir schon damals die Möglichkeit hatten, hineinzuhören,
00:07:00: was denn Kundinnen und Kunden brauchen und auch ein bisschen zu antizipieren, was in Zukunft
00:07:05: gebraucht werden wird und haben dann in diesen Leuchtturmprojekten, die dann aufgestellt wurden
00:07:09: mit Fördergeldern aus der Regierungsseite und so weiter, die richtigen Dinge zu überlegen und das,
00:07:16: was mir getaugt hat, ist, dass wir uns eigentlich immer die Geschäftsmodellseite
00:07:20: überlegen durften – sprich das, was Kundinnen und Kunden tatsächlich in Zukunft brauchen werden.
00:07:25: Und aus dem heraus hat sich dann natürlich bald ergeben, dass es ein paar Grundängste in der
00:07:29: Elektromobilität gibt. Unter anderem eben: Gibt’s dort genug Strom? Gibt’s genug Ladeinfrastruktur?
00:07:36: Und kommen die Autos weit genug? Vieles davon hat die Automobilindustrie gelöst. Aber
00:07:40: zum Beispiel das Ladeinfrastruktur-Thema zu lösen, war ganz wesentlich.
00:07:44: Und somit haben wir dann 2012 ein Tochterunternehmen gegründet – die Firma SMATRICS,
00:07:50: die auf der einen Seite, und das freut mich sehr, das größte Ladeinfrastrukturnetz entlang
00:07:53: der Autobahnen in Österreich betreibt, also das Hochgeschwindigkeitsladenetz in Österreich
00:07:58: und auf der anderen Seite aber auch mit den Kompetenzen, die wir uns in SMATRICS dort
00:08:03: angeeignet haben, auch Dritten zur Verfügung steht und für die Errichtung von Hardware,
00:08:08: für den Aufbau der richtigen Software, für die Abwicklung auch Dritten steht das zur Verfügung,
00:08:14: die ein Elektromobilitätsnetz betreiben und aufbauen wollen.
00:08:17: Und so haben wir, glaube ich, von Anfang an unsere Duftmarken hinterlassen und das
00:08:20: eigentlich bis jetzt durchgezogen, im Sinne von durchintegrierten Lösungen
00:08:24: bis hin zum Privaten und zur Industrie. Da hat sich ja einiges getan seit 2010,
00:08:30: da kam es das erste Mal ein wenig größer auf. Wie hat sich denn der Markt aus deiner Sicht
00:08:34: seither entwickelt, sei es technisch, politisch oder auch wirtschaftlich?
00:08:40: Auch der Markt für Elektromobilität hat sich tatsächlich deutlich entwickelt und zwar sicher in
00:08:46: zwei Dimensionen. Die eine ist die Nachfrageseite. Und da kann man sagen, dass glücklicherweise,
00:08:53: obwohl man als Nutzerin oder Nutzer durchaus den einen oder anderen Schleuderer in der
00:08:59: Fahrtrichtung erkennen muss, wenn es zum Beispiel um das Verbrenner-Aus geht und dann wieder das Aus
00:09:05: vom Verbrenner-Aus und dann vielleicht doch nicht geht, wenn neue Regierungen antreten und mal alle
00:09:10: Förderungen kappen und dann ein paar Monate später wieder ein paar hundert Millionen für
00:09:15: ein anderes Förderthema auflegen, dann kann ich mir schon vorstellen und beobachte auch,
00:09:19: dass in diesem noch etwas nervösen Markt die eine oder andere Verunsicherung auftreten könnte.
00:09:25: Das Schöne ist aber, dass das gar nicht so dramatisch ist. Das das
00:09:28: Grundthema verstanden ist und dass obwohl dieser Schleuderkurs zu beobachten ist,
00:09:33: hier diese Grundrichtung: die Nachfragesteigerung, der weitere Aufbau von Ladeinfrastruktur und
00:09:39: auch die Investitionsbereitschaft in diese Ladeinfrastruktur entlang der Autobahnen
00:09:43: wie auch bei Industriekundinnen und -kunden ist weiterhin da.
00:09:47: Wenn ich mir was wünschen könnte, dann würde ich eigentlich sagen: Es wäre ganz gut, das ein
00:09:52: bisschen zu verstetigen. Das kann man zum Beispiel mit einem einheitlichen Bekenntnis für oder gegen
00:09:58: Förderungen machen. Weil das Schlimmste, was es gibt, auch für einen Unternehmer, ist,
00:10:02: wenn so eine Ziehharmonika-Politik entsteht, wo man einmal massiv Ressourcen zur Verfügung stellen
00:10:08: muss, weil es gerade wieder irgendwas abzuholen gibt, und danach stehen die Leute wieder herum.
00:10:12: Also, das heißt: Hier eine Verstetigung hineinzubringen im Bekenntnis zum Grundthema,
00:10:16: aber dann auch in der formalen organisatorischen Ausformung, was Regelungen angeht, was Förderungen
00:10:22: angeht, das wäre wichtig, damit man sich hier auf ein kontinuierliches Wirtschaften einstellen kann.
00:10:27: Und auf der anderen Seite, was viel wichtiger ist: Die Kundinnen und Kunden wissen,
00:10:30: dass da ein ungebrochener Wille für eine neue Technologie da ist und bleibt.
00:10:35: Du hast das jetzt eh schon bestens veranschaulicht, was es braucht,
00:10:37: um diesen Schleuderkurs ein wenig zu reduzieren. Gibt’s noch eine weitere politische Maßnahme,
00:10:41: wo du sagst, die ist unabdingbar, super wichtig, damit die Mobilitätswende nicht in Stocken gerät?
00:10:47: Ich glaube einfach: einen Standpunkt finden und drauf bleiben. Also, das heißt, das Ganze
00:10:55: barometerartig Regierungsbildungsüberlegungen zu unterwerfen, ist wahrscheinlich im Sinne der
00:11:02: Sache nicht richtig, sondern es wäre wichtig, den Kurs einzuschlagen, den Kurs durchzuhalten
00:11:08: und ein stabiles Set an Rahmenbedingungen für alle berechenbar dauerhaft aufzusetzen. Und ich
00:11:15: bin mir sicher, dass das gut gelingen kann und wird. Und das mit klarer Kommunikation.
00:11:19: Du hast das ja bereits angesprochen. Verbund bietet Ladelösungen für die unterschiedlichsten
00:11:23: Zielgruppen, z. B. Business-, Immo-, Coop- und Logistics Charging, und hinter jedem
00:11:28: dieser Begriffe steckt ein unterschiedliches Kundenbedürfnis. Und da stellt sich für mich die
00:11:32: Frage: Wie unterscheiden sich denn diese Lösungen? Was unterscheidet jetzt eine Ladeinfrastruktur bei
00:11:37: einem Hotel von jener bei einem Gewerbepark oder z. B. auch bei der Logistikzentrale?
00:11:43: Ganz grob kann man sagen, dass wir drei Geschäftsmodelle verfolgen. Die erste,
00:11:49: wo wir herkommen, ist, dass wir Ladeinfrastruktur für Industrieunternehmen zur Verfügung stellen.
00:11:56: Das heißt, man schaut sich an: Wie groß ist der Fuhrpark, wie hoch ist die Anzahl von
00:12:00: privaten Nutzern, gibt’s einen LKW-Verkehr zu und aus diesem Unternehmen heraus? Und darauf
00:12:06: baut man dann Ladeinfrastruktur auf. Das können viele. Das, was wir allerdings noch dazu machen,
00:12:13: ist, dass wir das Ganze finanzieren, bauen und dann auch betreiben. Also, das heißt,
00:12:16: man gibt die Verantwortung für alles, was den Bau, die Betriebsführung, Förderungen, Technik und so
00:12:23: weiter angeht, in Form einer Contracting-Lösung sozusagen aus dem Haus und wir organisieren das.
00:12:29: Das Zweite ist ein ähnliches Thema, allerdings im Umfeld von gewerblich genutzten Garagen. Also,
00:12:33: das heißt, wenn hier jemand eine große Garage hat, die mit Stellplätzen ausstatten möchte,
00:12:39: dann gehen wir hier in die Vorinvestition und rechnen dann auch über einen Dienstleister mit
00:12:44: den Elektromobilitätsnutzerinnen und -nutzern ab. Und das Dritte ist schlicht die Nutzung von
00:12:50: Standorten von PartnerInnen, die wir ja in großer Zahl haben. Wenn dort
00:12:55: eine entsprechende Verkehrsfrequenz da ist, dann sind wir bereit, dort auch zu investieren, z. B.
00:13:01: bei Hotels. Du hast es vorher angesprochen. Das unterscheidet sich natürlich fundamental z. B. von
00:13:07: einem Logistikanbieter. Also, beim Hotel wirst du schauen, dass du Ladeinfrastruktur hast an vielen
00:13:12: Plätzen, damit die Leute, wenn sie ankommen, auf diese Infrastruktur zugreifen können. Möglichst
00:13:17: mit einem integrierten System, wo sie auch ihre jeweiligen Karten aus dem In- und Ausland
00:13:22: nutzen können. Und dann ist es eigentlich relativ egal, wann während der Nachtzeit
00:13:27: der Ladevorgang stattfindet, sondern wichtig ist, dass das Auto am nächsten Tag voll ist.
00:13:33: Auf der anderen Seite, wenn man sich jetzt unsere Logistikpartnerinnen und -partner ansieht,
00:13:36: wo es einen regen Zu- und Abflussverkehr auf der zum Beispiel LKW-Seite gibt an einem Standort,
00:13:43: dann ist es natürlich wichtig, während der Ladezeiten hier möglichst, nämlich bei Be-
00:13:47: und Entladezeiten, aber auch der Stromladezeiten hier möglichst viel Leistung – Stichwort Megawatt
00:13:53: Charging – in so ein Fahrzeug hineinzubringen. Und das ist eine ganz andere Charakteristik,
00:13:58: hat komplett andere Profile von der Nutzseite, aber auch von der Lastprofilseite her. Und
00:14:03: das abzustimmen, da bringen wir schon eine gewisse Praxis mit. Und weil wir das oft sehen,
00:14:08: haben wir, glaube ich, auch mittlerweile Cluster gebildet, wo wir spezifische Angebote haben,
00:14:13: die dann auf den Typ A, Typ B, Typ C passen und das entsteht dann sozusagen mit der Übung,
00:14:18: und so passt das jetzt gut ineinander. Übung macht den Meister passt da ganz gut.
00:14:23: Wie wird jetzt aber sichergestellt, dass die Ladelösung nicht nur aus technischer
00:14:26: Sicht zum jeweiligen Standort passt, sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht?
00:14:31: Ja, das ist natürlich die Kernfrage und da gibt’s im Prinzip auch zwei Denkarten, die man jetzt als
00:14:39: Unternehmerin oder Unternehmer verfolgen kann. Es gibt die Möglichkeit, sich hier die Einzelteile,
00:14:45: die es braucht, also die Ladestation, die elektrotechnische Vorbereitung, die Anbindung
00:14:52: möglicherweise an eine Photovoltaikanlage und auch das Nutzungskonzept, das Abrechnungskonzept,
00:14:57: selbst zu organisieren. Das kann man sich alles zusammenkaufen. Auch wir sind dort natürlich gerne
00:15:01: ein Anbieter, der die Ladeinfrastruktur solo sozusagen zur Verfügung stellt.
00:15:07: Aber das, wo wir glauben, dass wir unseren Mehrwert am besten entfalten können,
00:15:11: ist, wenn wir eben diese ganzen Tätigkeiten, von denen ich gesprochen habe, übernehmen,
00:15:15: das Gesamtkonzept vorschlagen, das Zusammenbauen zu einem guten Ganzen und dann als eine
00:15:20: einheitliche Dienstleistung – vielleicht gemeinsam mit einer Photovoltaik, vielleicht gemeinsam mit
00:15:24: einer Batterie, hoffentlich immer mit dem grünen Strom, bündeln und anbieten können.
00:15:30: Und so gelingt uns das bei immer mehr Kundinnen und Kunden, und das freut mich sehr.
00:15:34: Immer mehr steigen um, vor allem auch auf die betriebliche E-Mobilität.
00:15:38: Jetzt besteht aber auch die Sorge: Puh, was passiert denn eigentlich, wenn wir alle umsteigen?
00:15:42: Gibt’s dann überhaupt ausreichend Strom dafür? Wie geht ihr bei Verbund mit dieser Sorge um?
00:15:48: Die Sorge, dass der Strom nicht ausreicht, ist so eine von den Basismythen der Elektromobilität,
00:15:53: würde ich sagen. Man hat sich am Beginn der Elektromobilität immer Sorgen gemacht: Ja,
00:15:57: kommt man mit dem Ding weiter als 20 km? Das ist mittlerweile erledigt von der Automobilindustrie.
00:16:02: Gibt’s genug Ladeinfrastruktur entlang der Autobahnen und auch entlang der
00:16:07: entsprechenden Schnellstraßen? Auch das ist, glaube ich, mittlerweile sehr gut erledigt.
00:16:12: Und die Frage, ob es genug Strom gibt, die ist auch immer virulent da. Tatsache ist:
00:16:18: Es ist ganz simpel, ja, das geht sich gut aus. Wenn man sich jetzt die Studie vom
00:16:22: Umweltbundesamt, die oft zitiert wird, wenn es um Ausbaupläne geht, heranzieht, dann wird 2030
00:16:28: von 1,6 Millionen Fahrzeugen im Maximalausbau dieses Jahres gerechnet. Das ist eine Zunahme
00:16:35: des Energieverbrauchs von bisschen über 6 %. Und wenn man das Ganze weiter ausbaut bis 2040,
00:16:41: dann sind es auch nur etwas über 20 %. Also, das heißt: Das geht sich schon aus.
00:16:46: Auf der anderen Seite muss man sagen, man muss sich natürlich überlegen, aus welcher Energieform
00:16:51: speise ich diese Elektromobilität. Und da sind wir in Österreich klassisch in einem durchaus
00:16:58: günstigen Land. Wir haben einen Vorteil gegenüber anderen Ländern, weil wir so viel Wasserkraft zur
00:17:03: Verfügung haben. Also, das heißt: Elektromobilität in Österreich ist per Definition gut,
00:17:07: weil wir einen hohen erneuerbaren Anteil haben. Den muss man aber auch noch weiter steigern durch
00:17:12: neue erneuerbare Energie, das heißt durch den Ausbau von Photovoltaik und von Windkraftanlagen.
00:17:17: Die sind bekanntlich aus den Medien natürlich etwas schwerer ins Netz zu integrieren,
00:17:22: weil sie volatil daherkommen. Also, das heißt: Es scheint nicht immer die Sonne, es weht nicht
00:17:27: immer der Wind. Das gehört ausgeglichen, und da kommt oft das Netz ins Spiel und das ist
00:17:31: natürlich auch notwendig, aber auch hier haben wir einen Weg, den wir schon lange verfolgen,
00:17:36: wo wir sagen: Es muss nicht nur den Netzausbau geben, es muss auch die intelligente Nutzung
00:17:39: und Steuerung an den Standorten geben. Und wie gesagt, man kann dieser zusätzlichen
00:17:46: Komplexität und Volatilität auch damit begegnen, dass man Verbrauchsströme gut
00:17:50: steuert, dass man die Photovoltaikanlage auf dem Industriebetrieb koordiniert mit einem Speicher,
00:17:56: der dort vielleicht vorhanden ist, koordiniert mit der Produktion, koordiniert mit der
00:18:00: Elektromobilität und dadurch vermeidet, dass die Netzspitzen sozusagen, die zu verzeichnen sind,
00:18:06: in schwindelerregende Höhen gehen. Somit weniger Netz und somit Intelligenz statt Kupfer.
00:18:10: Das heißt, die Ladeinfrastruktur wird mit erneuerbaren Erzeugungsströmen zusammengeführt,
00:18:15: mit einem Speicher zusammengeführt. Bietet ihr dabei Verbund eine Gesamtlösung an?
00:18:20: Ja, klar. Die Elektromobilität rechnet sich also aus der Nachhaltigkeitssicht natürlich besonders
00:18:27: gut, wenn sie aus erneuerbaren Quellen gespeist wird. Das kann einerseits Wasserkraft sein,
00:18:31: auf der anderen Seite aber auch am Standort dezentral produzierte Photovoltaik-Energie.
00:18:38: Wind spielt dort eher eine untergeordnete Rolle. Das zu kombinieren mit einem gut abgestimmten
00:18:46: Batteriespeicher, die sind ja auch deutlich gesunken im Kostenverlauf über die letzten Jahre.
00:18:51: Batteriespeicher waren früher weit entfernt von einem Business Case.
00:18:54: Mittlerweile, natürlich auch durch die Kostendegression aus der Elektromobilität,
00:19:00: wurden diese Lithiumionenspeicher viel, viel billiger. Und diese Speicher kann man natürlich
00:19:04: auch als Großspeicher an Standorten einsetzen. Ja, und das optimiert man dann mit der geeigneten
00:19:09: Steuerungssoftware, mit der Photovoltaik, mit dem Verbrauch des Industrieunternehmens,
00:19:15: mit der Elektromobilität und den jeweiligen Notwendigkeiten und da kommt dann ein optimiertes
00:19:20: Gesamtsystem heraus, das einerseits für sich Kosten einspart und auf der anderen Seite auf
00:19:24: den Energiemärkten sogar noch Geld verdienen kann, im Sinne von Flexibilitätsvermarktung.
00:19:29: Ein Begriff, der mir jetzt immer wieder auch schon untergekommen ist, ist Trackersystem.
00:19:33: Was versteht man denn genau darunter? Was steckt hinter dieser Technologie und warum ist sie gerade
00:19:38: für die Ladeinfrastruktur so essentiell? Ja, ist lustig, dass du gerade hier von
00:19:43: Trackersystemen sprichst, weil gerade hier am Standort Wallsee-Mitterkirchen
00:19:47: die Photovoltaikanlage auch ausgeführt ist als Trackeranlage. Man sieht das
00:19:52: auch bei den Carports. Und ein Tracker ist nichts anderes als ein nachführendes System.
00:19:57: Konventionell führt man Photovoltaikanlagen entweder als Südanlage, die hat dann eine
00:20:01: große Mittagsspitze oder als Ost-West-Anlage aus, die hat dann einen kontinuierlicheren
00:20:05: Verbrauch. Die Trackeranlage, die die Module sozusagen nachführt, hat dann
00:20:10: einen noch durchgängigeren Leistungsverlauf. Und das kann man natürlich nutzen, wenn man
00:20:15: Leistung und Energie durchgängig braucht. Diese Energie wird dann sozusagen während
00:20:22: des Tages besser nutzbar. Also, das heißt: Das ist die effizienteste Möglichkeit, Photovoltaikanlagen
00:20:28: zu bauen von der Erzeugungsseite her. Und man spricht von zweistelligen Effizienzsteigerungen
00:20:33: im Vergleich zu einer konventionellen Anlage. Werfen wir gemeinsam einen Blick in die Zukunft.
00:20:38: Wo siehst du die Elektromobilität in Österreich in Zukunft so in etwa in den nächsten fünf bis
00:20:42: zehn Jahren? Wo werden wir da vermutlich stehen? Ich sehe in den nächsten fünf bis zehn Jahren vor
00:20:48: allem eine gelungene Energiewende. Und die gelingt dann, wenn sie sauber ist, wenn sie verlässlich
00:20:53: ist und wenn sie leistbar ist. Ich sehe viel erneuerbaren Ausbau, alle Potenziale, die wir
00:21:01: noch haben, bis hin wie gesagt zu den Kundinnen und Kunden, Privatkunden und Industriekundinnen
00:21:07: und -kunden. Ich sehe Speicher bis ins kleine Element hinein. Das hat auch stark mit der
00:21:13: Elektromobilität zu tun, denn gerade auch die Nutzung von Elektromobilitätsakkus im Sinne von
00:21:20: Vehicle-to-Grid-Technologien, wo dann dieses Auto auch als kleine Speichereinheit oder die Batterie
00:21:25: dieses Autos eine Rolle in der Flexibilität spielt, das sehe ich ganz stark im Kommen.
00:21:30: Ja, und eine flächendeckende Zurverfügungstellung von Ladeinfrastruktur in allen Use Cases,
00:21:38: vom langsamen privaten oder industriellen Ladesystem auf Wechselstromtechnologie bis
00:21:45: hin zu den schnellsten Schnelladern für die LKW-Truck-Charging-Anwendungen. Also,
00:21:50: ich glaube, wir haben hier viel vor uns und glaube, dass die Elektromobilität ein
00:21:53: ganz wesentliches Element in diesem Gelingen der Energie- und Mobilitätswende sein wird.
00:21:58: Und was sind da so die größten Stellschrauben, die du siehst, um die Elektromobilität sozial
00:22:03: verträglich zu machen, um sie aber auch wirtschaftlich realistisch umzusetzen?
00:22:08: Einerseits hinsichtlich der Fahrzeuge, andererseits bei der Ladeinfrastruktur.
00:22:13: Vielleicht den zweiten Punkt zuerst: also Kostenverlauf. Wenn man sich das anschaut,
00:22:17: wie sich die Kosten der Elektromobilität entwickelt haben, das war ja am Anfang wohl eher
00:22:22: ein Minderheitenprogramm, weniger für Unternehmen, sondern mehr für Unternehmer, die sich so ein
00:22:27: tolles Elektroauto geleistet haben. Mittlerweile kann man sagen: Ein Elektroauto, wenn man jetzt
00:22:33: das internationale Angebotsportfolio ansieht, ist durchaus leistbar geworden. Das heißt,
00:22:39: da sind wir absolut in der Breite angekommen. Und ich glaube, dass gerade vor diesem Hintergrund
00:22:45: und vor allem zuvor schon einige Male von den Mythen gesprochen: Haben wir genug Strom,
00:22:50: passt die Reichweite, gibt’s genug Infrastruktur, wenn wir gemeinsam schaffen, dass wir das positive
00:22:56: Element der Elektromobilität forcieren und vor uns hertragen und so ein bisschen den Naysayern
00:23:02: entgegenhalten, die auch ich in meinem privaten Umfeld immer wieder beobachte. Es gibt bis hin
00:23:07: zu jedem Stammtisch immer einen, der sich als weißer Ritter bemüßigt fühlt, irgendeine
00:23:11: Brandrede gegen die Elektromobilität zu halten. Also wenn wir hier und das sieht man immer nur
00:23:15: von den Gegnern eigentlich. Wenn wir hier ein schönes Miteinander sozusagen forciert,
00:23:22: ein Verständnis, dass die Elektromobilität eine absolute große, breite Berechtigung im Sinne
00:23:28: Energiewende und Nachhaltigkeit hat und auf der anderen Seite vielleicht für andere Themen auch
00:23:33: noch konventionelle Verbrennertechnologie geben muss, dann haben wir, glaube ich,
00:23:38: gewonnen. Sprich: soziale Akzeptanz, Verankerung in der Gesellschaft und ein positives Bild und
00:23:43: eine positive Marschrichtung gemeinsam vorgetragen für die Elektromobilität.
00:23:47: Zum Schluss unserer Episode habe ich noch eine sehr persönliche Frage an dich und zwar was
00:23:51: bedeutet es für dich, aus eigener Kraft die Mobilitäts- und Energiewende voranzutreiben?
00:23:57: Was ich extrem toll finde, ist dieser Spirit, der sich im Sinne der Energiewende durchgesetzt
00:24:02: hat. Also, das heißt: Es gibt eigentlich niemanden mehr, der nicht verstanden hat,
00:24:07: dass wir hier an einem großen Thema arbeiten, dass der Ausbau von Erneuerbarem, Flexibilität,
00:24:12: Elektromobilität wichtig ist und zwar wichtig im Sinne eines Glaubens und einer Fürsorge für
00:24:22: die nächste Generation, einer Fürsorge für den Planeten. Man will ja nichts
00:24:25: schlechter zurückgeben, als man es übernommen hat. Und meine Rolle ist ja eigentlich ein Begleiter,
00:24:29: ja und es freut mich total und es fasziniert mich, dass wir die Möglichkeiten haben hier,
00:24:35: den Kunden ganz genau zuzuhören und den Kundinnen, die richtigen Dinge abzuleiten,
00:24:40: die richtigen Lösungspakete anzubieten, die uns im Sinne einer gelungenen Energiewende
00:24:46: weiterhelfen und das ist ein Privileg, das tun zu können, das macht jeden Tag einen Spaß.
00:24:50: Herzlichen Dank für das Gespräch, Martin. Danke, dass du hier warst. Danke dir vielmals.
00:24:54: Zusammenfassend lässt sich sagen: Die Mobilitätswende ist machbar und sie beginnt genau
00:24:59: dort, wo Unternehmen heute mutige Entscheidungen für morgen treffen. Mit durchdachten Lösungen,
00:25:05: klaren Strategien und dem richtigen Partner an der Seite kann die E-Mobilität zur echten Chance
00:25:10: werden. Nämlich für mehr Wirtschaftlichkeit, für eine höhere Energieunabhängigkeit und
00:25:15: für ein starkes Signal in Richtung Zukunft. Verbund begleitet diesen Weg mit Erfahrung
00:25:21: und einem hohen Anspruch, aus Energie eine echte Bewegung zu machen. Die Technologien sind da die
00:25:28: Praxisbeispiele zeigen auch: Es funktioniert und das auch noch richtig gut und jede Entscheidung,
00:25:33: die wir heute als Unternehmen treffen, bringt uns unserem Ziel morgen ein Stückchen näher.
00:25:38: Herzlichen Dank an alle Zuseher:innen und Zuhörer:innen fürs Dabeisein. Begleiten Sie
00:25:43: uns auf unserem Weg zur Mobilitätswende. Bis zum nächsten Mal, wenn es wieder heißt WATTgoesON.
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